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TWO PLAY
TO KNOW

Museumsbegehung
12. November 2018 / Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig


Am 17. Januar 2019 findet im Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig das Künstlergespräch der diesjährigen »Two Play To Play«-Saison statt. Gesprochen wird über die mechanische Reproduktion von Musik, über Spieluhren, Musikautomaten und Midi-Signale. Und es wird musiziert: Stefan Streck spielt die Kinoorgel mit einer eigenen Komposition an.

Die Orgel wurde 1929 von der Firma M. Welte & Söhne in Freiburg im Breisgau für das Palast-Theater in Erfurt gebaut. Nachdem sie in den Bestand des Museums überging, folgte eine aufwendige Restaurierungsphase. Seit 2006 ist sie wieder in vollem Umfang spielbar. Voller Umfang heißt, die Orgel kann sowohl Klänge ganz unterschiedlicher Instrumente wie Geige, Oboe, Pauke, Saxophon, Trompete, Castagnetten, Xylophon als auch Effekte wie Vogelgezwitscher, Glockengeläute, Regen, Sturm, Telefon, Schiffssirene, Eisenbahn und Lokomotivpfiff erzeugen. Mit der Restaurierung erhielt die Orgel auch eine Midi-Schnittstelle – sie ist somit digital anspielbar.

Damit Stefan Streck seinen Weg durch die Möglichkeiten der Orgel findet, steht ihm beratend Dominik Ukolov, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums, zur Seite. Das Instrument wird erklärt und von innen und außen besichtigt. Stefan Streck verschwindet in der ersten Etage der Orgel, um die verschieden, der Klangerzeugung dienenden Mechanismen in Augenschein zu nehmen. Es bedarf einiger Überzeugungsarbeit, ihn wieder rauszulocken. Zurück auf dem Boden angekommen, werden Mikrofone, Laptops und Midi-Controller aufgebaut und platziert. Dominik Ukulov weist Stefan Streck in die Kartografie der Orgel ein und erklärt, welche Kanäle mit welchen Klängen der Orgel belegt sind. Da beide mit unterschiedlicher Musiksoftware arbeiten, muss Stefan Strecks Komposition adaptiert werden.

Das dauert, wegen der Fülle an Möglichkeiten, seine Zeit. Zu hören bekommt man ein zartes Glockenspiel, das in mehreren Durchläufen aufgenommen wird. Stefan Strecks Fazit nach einem akustisch eindrucksvollen Nachmittag ist zum einen, dass er besser einschätzen kann, welche Komposition sich für dieses Instrument eignet und zum anderen, dass man nie auslernt. Sprecht ihn auf das Pythagoreische Komma an. Gelegenheit dazu bietet sich zum Künstlergespräch. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Mitarbeiter*innen des Museums, ganz besonders an Frau Dr. Fricke, Dominik Ukulov und Johannes Köppl.