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TWO PLAY
TO KNOW

Gespräch Gregor Meyer & Martin Kohlstedt
12. Dezember 2017 / Gewandhaus, Mendelssohn-Saal


Das Künstlergespräch in seiner Gesamtheit kann man hier nachhören, es lohnt sich!


Das Künstlergespräch, als weiterer wichtiger Programmpunkt, steht an. Erstmals geben Martin Kohlstedt und Gregor Meyer einem Publikum Einblicke in ihr gemeinsames Schaffen. Durch das Gespräch führt Jens Wollweber, der seit 2009 frohfroh, den Blog für elektronische Musik aus Leipzig, betreibt. Im weihnachtlich geschmückten Mendelssohn-Saal begrüßt Gewandhaus-Pressesprecher Dirk Steiner die Gäste. Die Hauptakteure des Abends, Martin Kohlstedt, Gregor Meyer und Jens Wollweber nehmen ihre Plätze ein und los geht es. Das Gespräch beginnt mit grundlegenden Fragen zum Projekt »Two Play to Play«. Gregor Meyer und Martin Kohlstedt berichten von ihren Reaktionen auf die Anfrage und wie die, mit dem Projekt einhergehende Dokumentation, die den Arbeitsprozess soweit möglich transparent gestalten soll, aufgenommen wurde. Anliegen von Two Play to Play ist es, Musiker*innen, aus unterschiedlichen musikalischen Bereichen, zusammenzubringen. Relativ schnell werden deshalb die jeweiligen Arbeitsbedingungen der beiden Musiker thematisiert. Vor- und Nachteile eines freien bzw. angestellten Arbeitens werden aufgezeigt und die sich daraus ableitenden Chancen und Möglichkeiten des Projektes angesprochen. Ein weiterer wichtiger Gesprächspunkt ist die musikalische Sozialisation der beiden Musiker. Ein Big Ben Uhr, ein einsames Klavier im Eichsfeld als auch ein Bergmannsblasorchester sind nur einige Stationen, die von beiden genannt werden - anhand von Einspielern stellen Gregor Meyer und Martin Kohlstedt prägende Musikstücke vor.

Gregor Meyer:
Frank Martin — Sanctus → Link
Antonio Lotti — "Crucifixus" á 8 → Link

Martin Kohlstedt:
Cliff Martinez — First Sleep (Solaris OST) → Link
Ludivico Einaudi — Ascolta → Link


Der Frage nach dem musikalischen Background der beiden schließen sich Fragen nach der gemeinsamen Arbeitsweise an. Wie hat man sich angenähert, auf welche Arbeitsweise einigt man sich, wie organisiert man diese, wie fängt Gregor Meyer den intuitiv arbeitenden Martin Kohlstedt ein, wo ergeben sich Ergänzungen, wo Spannungen und Verwerfungen? Die Frage nach einem gemeinsamen musikalischen Nenner wird mit Arvo Pärt — "Da Pacem" (→ Link) beantwortet.
Einige Mitglieder des GewandhausChores sind ebenfalls anwesend und erleben einen gut aufgelegten künstlerischen Leiter, der sie spontan zu ihrer Meinung über die Zusammenarbeit mit Martin Kohlstedt befragt. Die Chormitglieder scheinen offen für alles, möglicherweise bleibt ihnen nichts anderes übrig, wie ein lachender Gregor Meyer verkündet, und haben Lust darauf »bis zum Ende nicht zu wissen, was passiert«. Auch im weiteren Gesprächsverlauf wird die Rolle des Chores thematisiert - es wird darüber gesprochen, wie sich dieses Projekt in den Chor hinein vermitteln lässt, ob ein semi-professioneller Chor offener für Experimente ist und wie man mit einem Chor improvisieren kann. Jens Wollweber bringt die Sprache auf Gregor Meyers Anspruch, dass Chor und Chormusik gesellschaftliche Denkanstöße geben sollten und fragt nach diesem Ansatz im gemeinsamen Arbeiten mit Martin Kohlstedt. Der Uraufführungsort, der Mendelssohn-Saal, wird thematisiert. Der Klang des Saales wird hörbar, als Martin Kohlstedt auf dem Flügel ein Stück anspielt. Mit dem Verklingen der letzten Töne endet ein Abend, der Interesse und Neugier auf das Kommende geweckt hat.